Studie zeigt: Immer mehr Leute werden Opfer von Rachepornos

Viele Paare trennen sich nicht einvernehmlich. Oft hängt einer der beiden Partner emotional noch deutlich mehr an der Beziehung als der andere. Welche Folgen das haben kann, führt uns nun eine Untersuchung, die sich mit sogenannten „Rachepornos“ auseinandersetzt, vor Augen. Dabei handelt es sich um meist heimlich aufgenommenes intimes Foto- oder Videomaterial seines Ex-Partners, das ohne dessen Wissen im Internet verbreitet wird: Aus Rache für die Trennung!

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Jeder Fünfte war schon Opfer von „Rachepornos“

Ein besorgniserregender Trend zeichnet sich ab: Als Denkzettel für die Trennung verbreiten immer mehr Erwachsene Nacktfotos oder -videos ihres Ex-Partners im Internet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Wissenschaftlern der australischen RMIT University. Von den 4.200 Studienteilnehmern zwischen 16 und 49 gaben 20 %, also jeder Fünfte, an, schon einmal Opfer von „Rachepornos“ geworden zu sein.

Das ist wenig verwunderlich, da immerhin 9 % der Befragten im Besitz von intimen Fotos oder Videos sind und 6 % sogar schon einmal explizites Material online gestellt haben. 5 % der befragten Männer und Frauen haben zumindest schon damit gedroht, Nacktfotos oder -videos zu teilen.

Mehr Täter unter Homosexuellen

In einer Studie aus dem Jahr 2016 wurde festgestellt, dass sich Männer öfters als Frauen mit der Verbreitung von diskreten Fotos oder Videos rächen. Warum es mehr männliche als weibliche Täter gibt, lässt sich zwar nicht genau sagen. Allerdings kann vermutet werden, dass sich Männer entweder durch eine Trennung schneller in ihrer Ehre gekränkt fühlen und deshalb aus Rache zu solch unlauteren Methoden greifen oder aber die Verbreitung von intimen Bildmaterial zum Angeben vor ihren Kumpels nutzen.

Aus derselben Erhebung geht im Übrigen hervor, dass unter Homo- und Bisexuellen der Eingriff in die Privatsphäre durch die Verbreitung von Nacktfotos oder -videos sogar noch gängiger ist als unter Heterosexuellen.

Richtiger Umgang mit den Medien wichtig

Für Opfer von „Rachepornos“ gibt es im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten, auf diese einschlägige Verletzung ihrer Privatsphäre zu reagieren. Entweder man schaltet einen Anwalt ein, der dafür sorgt, dass die Fotos oder Videos aus dem Netz verschwinden und rechtliche Schritte gegen den Täter eingeleitet werden. Oder aber man ignoriert den ganzen Vorfall, um diesem die Freude an seiner gemeinen Rache zu nehmen.

Trotzdem ist die Prävention gegen „Rachepornos“ am allerwichtigsten. Vor allem Medienkompetenz spielt in dem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Denn nur wenn die Leute den richtigen Umgang mit den neuen Medien lernen, sind sie dazu in der Lage, sich sicher im Internet zu bewegen und auf den Schutz sensibler Daten zu achten. Darunter fällt auch der Verzicht auf die allzu schnelle Weitergabe von intimen Fotos und Videos.

Derartige Bildungsprogramme wären nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene, sondern auch für alle gehobenen Altersgruppen sinnvoll. Nicola Henry von der RMIT University begründet das mit einem weit verbreitetem Trugschluss: „Ich glaube, die meisten Menschen nehmen an, dass digitaler Missbrauch nur Jüngeren widerfährt.“

Heutzutage ist Unterricht in Medienkompetenz also in allen Altersgruppen wichtiger denn je. Hierzulande hat man das bereits erkannt, weshalb viele Schule den richten Umgang mit den Medien bereits als fixes Unterrichtsfach in den Lehrplan integriert haben.

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