Stripchat-Studie: Generationswandel auf dem Sexcam-Markt 2020

Eine aktuelle Studie der Sexcam-Seite Stripchat.com hat untersucht, wie die Deutschen zur klassischen Pornografie und Livecam-Unterhaltung stehen. Beim Vergleich mehrerer Altersgruppen konnte ein überraschender Unterschied im Konsumverhalten festgestellt werden.

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Junge Deutsche schauen Sexcams, ältere klassische Pornos

Der Erotik-Markt wächst unaufhörlich. Neben Pornografie traditioneller Machart ist davon vor allem ein Bereich der Erwachsenenunterhaltung betroffen: Live-Sexcams. Das Cam-Portal Stripchat.com wollte es nun genauer wissen und hat im Herbst 2019 eine umfassende Trend-Studie (hier als PDF verfügbar) mit 1.000 Teilnehmern über das Verhältnis der Deutschen zur Erotik mit dem Schwerpunkt Sexcams durchgeführt. Die Ergebnisse sind zumindest teilweise überraschend.

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Entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils zeigt die Untersuchung, dass das Publikum von Sexcams im Internet nicht hauptsächlich zur älteren Generation gehört – ganz im Gegenteil. 44 Prozent der Befragten, die sich regelmäßig der erotischen Live-Unterhaltung zuwenden, sind aus der Altersgruppe der 18-24 Jährigen. Rund 25 Prozent aus der Altersgruppe der 25-34 Jährigen. Das Gesamtpublikum von Camshows setzt sich also zu mehr als zwei Drittel aus unter 34-Jährigen zusammen. Zum Vergleich: Von den über 65-jährigen schauen sich nur 2 Prozent Sexcams an.

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53 Prozent der Umfrageteilnehmer unter 24 Jahren geben sogar an, für Live-Sexcams Geld auszugeben. Für klassische Premium Pornografie tun das hingegen nur 41 Prozent. Rund 15 Prozent ist die heiße Webcam-Unterhaltung im Monat durchschnittlich mehr als 100 Euro Wert, 9 Prozent sogar mehr als 1.000 Euro.

Demgegenüber scheint klassische Pornografie hauptsächlich älteren Männern und Frauen zu gefallen. Darauf deutet eine Studie von xHamster hin, einer Seite für kostenlose Erotik-Clips. Gerade einmal 19 Prozent der deutschen User der Sex-Tube-Seite sind jünger als 24, unter 34 Jahren sind hingegen 45 Prozent.

Was sind die Gründe? Vermutlich unterschiedliche Erwartungshaltungen. Junge Konsumenten erotischer Inhalte sind mit einem breitgefächerten Angebot an interaktiven Social-Media-Möglichkeiten wie Facetime, Skype oder Twitch aufgewachsen. Ihnen könnte es daher wichtig sein, nicht nur passiv zu konsumieren, sondern erotische Unterhaltung auch aktiv mitzugestalten. Und das bieten ihnen Sexcams nun mal. Älteres Publikum ist es hingegen gewohnt, sich den erotischen Kick in klassischen Pornofilmen zu holen. Es vollzieht sich gewissermaßen ein Generationswandel auf dem Sexmarkt.

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Sexcams haben mehr weibliches Publikum als Pornos

Das Gesamtpublikum erotischer Online-Inhalte ist immer noch größtenteils männlich. Allerdings steigt die Zahl der Frauen, die gefallen an Erwachsenenunterhaltung finden, stetig. So wie die junge Altersgruppe interessieren sie sich vor allem für Sexcams. Von den Befragten der Live-Sex-Studie von Stripchat sind ganze 10 Prozent weiblich. An der xHamster-Studie über gratis Tube-Seiten nahmen hingegen nur 6 Prozent Frauen teil.

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Bemerkenswert ist, dass die weiblichen Livecam-Zuschauer eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft haben als ihre männlichen Pendants. 47 Prozent von ihnen geben monatlich im Durchschnitt über 100 Euro aus, 31 Prozent sogar mehr als 1.000 Euro. Von den Männern lassen sich ihr erotisches Hobby nur 20 Prozent mehr als 100 Euro kosten, mehr als 1.000 Euro ist es gerade einmal 4 Prozent Wert.

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Altbekannte Kategorien an der Spitze

Keine Studie zum Status Quo auf dem Erotik-Markt, ohne nach den beliebtesten Kategorien zu fragen. Die Antwort ist natürlich wie in den meisten Untersuchungen dieser Art „MILF“ und „Teens“ (jeweils 53 Prozent). Komplettiert werden die Top 5-Kategorien der Deutschen von „Live Cams“ (48 Prozent), „Lesbisch“ (41 Prozent) und „Amateur“ (40 Prozent).

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Darüber hinaus zeigen sich regionale Unterschiede in der Beliebtheit von Kategorien. Zum Beispiel ist bei Männern und Frauen aus Berlin, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern die Kategorie „Live Cams“ ganz vorne. In den übrigen Bundesländern favorisiert man MILF- oder Teen-Pornos.

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Das Herkunftsland der Pornografie spielt für die meisten Deutschen keine Rolle (55 Prozent). Gerade einmal 30 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass in einem Porno Deutsch gesprochen wird. Insbesondere die Einwohner Brandenburgs (44 Prozent), Niedersachsens (43 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommerns (42 Prozent) legen darauf wert. In Bremen (29 Prozent), Hamburg (27 Prozent) und Berlin (20 Prozent) lehnt man deutsche Pornos hingegen eher ab.

Der Hälfte ist das eigene Konsumverhalten peinlich

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Ungeachtet des Booms an Erwachseneninhalten ist die Scham für den Konsum von Sexcams zum Teil sehr groß. In etwa 47 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen das Gesehene häufig (10 Prozent), manchmal (18 Prozent) oder zumindest sehr selten (19 Prozent) peinlich sei. Den Berlinern und Hamburgern sind die angesehenen Inhalte am ehesten unangenehm, die Sachsen und Brandenburger schämen sich seltener für das, was sie konsumieren.

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Bei einigen führte der exzessive Konsum von Cam-Shows sogar schon mal zu Problemen in der Beziehung. Davon berichten rund 17 Prozent der Befragten. Betroffene kommen vor allem aus Saarland, Bremen, Hamburg und Berlin.

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Besonders verblüffend: Viele deutsche Cam-Nutzer wünschen sich mehr staatliche Regulierung von Erwachseneninhalten im Netz (17 Prozent). Damit hat wohl kaum jemand gerechnet. Ins Auge fällt vor allem eine mögliche Korrelation von Scham und Zensur. Denn: Der Wunsch nach Beschränkung der zu konsumierenden Inhalte ist vor allem in Bundesländern stark, in denen es einer überdurchschnittlichen Anzahl an Einwohnern peinlich ist, was sie sich ansehen. In Berlin und Hamburg ist daher mit jeweils 37 Prozent der Wunsch nach mehr Zensur am größten.

Smartphone ist beliebtestes Abspielgerät für Sexcams

Die Zeichen der Zeit machen auch vor der Sexcam-Unterhaltung nicht Halt. Wer sich Camshows anschaut, tut das heutzutage meist auf dem Smartphone (55 Prozent). Gerade einmal ein Drittel nutzen dafür den Desktop-PC, 11 Prozent ein Tablet.

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Noch drastischer ist der Unterschied in der Generation der unter 24-Jährigen. Nur 19 Prozent der Männer und Frauen in dieser Altersgruppe sitzt daheim vorm PC, um sich eine Camshow anzusehen. 72 Prozent machen das hingegen vom Smartphone aus. Es ist davon auszugehen, dass bei Livecams der klassische PC in einigen Jahren so gut wir gar keine Rolle mehr spielen wird. Das hat auch der Markt mittlerweile erkannt, weshalb der mobile Modus immer mehr zum Standardmodus der Anbieter wird.

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