Studie: Für Frauen beginnt Fremdgehen früher als für Männer

Fremdgehen-Studie

Wie untreu sind deutsche Männer und Frauen? Eine neue Studie von ElitePartner gibt Aufschluss. Besonders interessant: Es ließen sich eindeutige Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen, ab wann ein Verhalten des Partners als Fremdgehen empfunden wird.

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Untreue ist inzwischen weiter verbreitet als noch vor einigen Jahren

Man könnte annehmen, mit Treue nehmen es viele Deutsche nicht allzu genau. Doch ist das nicht bloß ein Vorurteil und die Realität sieht völlig anders aus? Eine neue bevölkerungsrepräsentative Studie von ElitePartner bringt Licht ins Dunkeln. Unter 13.000 volljährigen Internetnutzern aus Deutschland wurde untersucht, wie ausgeprägt die Fremdgeh-Tendenz von Männern und Frauen ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass hierzulande tatsächlich von einem nicht gerade geringen Anteil partnerschaftliche Treue kein großer Wert beigemessen wird. So gibt knapp ein Drittel der Befragten an (Männer: 29 Prozent, Frauen: 31 Prozent), schon mal fremdgegangen zu sein. Zum Vergleich: In einer ähnlichen Studie vor acht Jahren bekannten sich mit 23 Prozent (Männer) und 18 Prozent (Frauen) nicht einmal ein Viertel zu einem Seitensprung.

Da der Spielraum beim Fremdgehen groß ist – von einmaligem Ausrutscher über Affäre bis hin zu außerpartnerschaftlichem Sex mit verschiedenen Personen -, wurde auch das Ausmaß der Untreue erfasst. Der einmalige Seitensprung ist die häufigste Antwort (Männer: 11 Prozent, Frauen: 11 Prozent). Regelmäßige Seitensprünge scheinen für die meisten also kein Thema zu sein. Es bleibt da eher bei einem Once-in-a-Lifetime-Erlebnis.

Eine Sex-Affäre, also trotz Beziehung regelmäßiger außerpartnerschaftlicher Sex mit derselben Person, hatten bei beiden Geschlechtern jeweils nur 6 Prozent schon mal. Und auch die Anzahl derjenigen, die bereits mit verschiedenen Personen fremdgegangen sind, hält sich in Grenzen (Männer: 10 Prozent, Frauen: 7 Prozent).

Dafür waren immerhin 18 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen zumindest schon mal in Versuchung, fremdzugehen, ohne dass es über Gedankenspiele hinausging. Gerade einmal knapp über die Hälfte der männlichen und weiblichen Studienteilnehmer sagen, bisher immer treu gewesen zu sein.

Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin aus Hamburg, verdeutlicht, warum Untreue in den vergangenen Jahren zugenommen hat: „Die sexuelle Emanzipation von Frauen spielt hier eine Rolle: Auch wenn Frauen heutzutage immer noch im Vergleich zu Männern für lustvolle und vielfältige Sexualität gesellschaftlich anders bewertet werden, trauen sie sich zunehmend, ihren sexuellen Bedürfnissen nachzugehen und offener darüber zu sprechen.“

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Männer haben einen größeren Untreue-Toleranzbereich als Frauen

Der Seitensprung-Sensor schlägt bei Frauen deutlich früher Alarm als bei Männern, wie die Studienergebnisse zeigen. So ist für 26 Prozent der Frauen, also für rund ein Viertel, aber nur für 20 Prozent der Männer Flirten bereits Fremdgehen.

Ähnliches gilt für den Pornokonsum. Gerade einmal 6 Prozent der männlichen Befragten sehen es kritisch, wenn die Partnerin heimlich Erotikvideos schaut. Demgegenüber ist für immerhin 13 Prozent der weiblichen Befragten durch heimliches Pornogucken die Grenze zur Untreue bereits überschritten.

Seitensprung-Studie

Interessant: Jede siebte Frau (13 Prozent) wertet schon schlüpfrige Gedankenspiele und sexuelle Fantasien mit anderen Frauen oder Männern als Untreue. Von den Männern tut das hingegen nur jeder Zehnte.

Und wenn echte Gefühle für eine andere Frau oder einen anderen Mann entstanden sind? Auch hierbei handelt es sich mit 44 Prozent für einen Großteil der Frauen um Fremdgehen. Von den Männern empfinden es hingegen weniger als ein Drittel (30 Prozent) als Untreue, wenn die Partnerin oder der Partner Liebesgefühle für jemand anderen entwickelt hat.

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Untreue beginnt für viele Männer erst, wenn Körperlichkeit hinzukommt

Spätestens aber beim Sextreffen mit einer anderen Person, ist dann auch für die meisten Männer Untreue erreicht. So sagen 71 Prozent der weiblichen und 60 Prozent der männlichen Befragten, dass sie einen einmaligen Seitensprung als Fremdgehen empfinden. Einzig eine dauerhafte Affäre ist sogar für noch mehr der Studienteilnehmer Fremdgehen (Männer: 65 Prozent, Frauen: 75 Prozent).

Bemerkenswert ist, dass selbst die Anmeldung bei einer (Sex-) Dating-App trotz Beziehung (Männer: 44 Prozent, Frauen: 61 Prozent) oder das Date mit einer anderen Person (Männer: 51 Prozent, Frauen: 64 Prozent) von verhältnismäßig vielen Männern noch nicht als Fremdgehen angesehen wird. Und auch sich gezielt nach jemand anderem umschauen (Männer: 54 Prozent, Frauen: 67 Prozent) oder Fremdknutschen (Männer: 58 Prozent, Frauen: 70 Prozent) ist für deutlich mehr Männer als Frauen noch keine Untreue.

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Frauen gehen aus emotionalen Gründen fremd, Männer wegen sexuellen Reizen

Frauen dichtet man ja bekanntlich an, der emotionale Part in einer Beziehung zu sein. Und das spiegelt sich auch in den genannten Gründen, aus denen fremdgegangen wurde, wider. So wurden in der Studie von den weiblichen Teilnehmern auf die Frage, was der Auslöser für Untreue war, in erster Linie emotionale Gründe genannt. Die vier Top-Antworten: Unglückliche Partnerschaft (Frauen: 52 Prozent, Männer: 29 Prozent), zu wenig Zuwendung (Frauen: 33 Prozent, Männer: 17 Prozent), Gefühle für jemand anderen (Frauen: 29 Prozent, Männer: 18 Prozent) und das eigene sexuelle Selbstwertgefühl (Frauen: 25 Prozent, Männer: 11 Prozent).

Demgegenüber begründen Männer ihre Untreue in erster Linie mit sexuellen Bedürfnissen, die sie in ihrer Partnerschaft nicht ausleben konnten. Sie wollten neue sexuelle Erfahrungen sammeln und ließen sich deshalb zu einem Seitensprung hinreißen. Konkret: Mehr als ein Drittel (38 Prozent) nennt den Reiz des Neuen als wesentlichen Grund für die eigene Untreue (Frauen: 30 Prozent) und 32 Prozent fühlte sich zu jemand anderem sexuell hingezogen (Frauen: 20 Prozent). 32 Prozent der männlichen Befragten machen wiederum eine spontane Gelegenheit verantwortlich für einen Ausrutscher, wohingegen das gerade einmal 17 Prozent der Frauen tun. Und 15 Prozent der Männer sagen, dass bestimmte sexuelle Vorlieben in der Beziehung zu kurz gekommen sind und sie die woanders gesucht haben (Frauen: 6 Prozent).

Allgemeine sexuelle Unzufriedenheit wiederum wurde von beiden Geschlechtern in etwa gleich häufig genannt (Männer: 25 Prozent, Frauen: 23 Prozent). Übermäßiger Alkoholkonsum (Männer: 13 Prozent, Frauen: 14 Prozent) oder Betrügen aus Rache (Männer: 6 Prozent, Frauen: 8 Prozent) spielte für Untreue hingegen nur eine untergeordnete Rolle und ist dementsprechend eher selten als Grund angeführt worden.

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