Influencer-Erotikportal OnlyFans im Fokus von Regulierungsbehörden

OnlyFans-Portal

In Zeiten von Corona erfahren Seiten wie OnlyFans, auf denen die Models erotische und pornografische Inhalte anbieten, einen gewaltigen Zulauf. Grund genug für die Medienwächter, jene Internetdienste hinsichtlich der Einhaltung von Regeln zum Jugendschutz mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Jugendschützer wollen Seiten wie OnlyFans strenger kontrollieren

Deutsche Medienwächter nahmen in den vergangenen Monaten verstärkt Pornoseiten wie PornHub oder xHamster ins Visier. Der Vorwurf: Die Plattformen würden sich nicht an die hierzulande geltenden Jugendschutzvorschriften halten und nicht genügend dafür tun, dass keine Personen unter 18 Jahren Zugang erhalten.

Es kommt also wenig überraschend, dass nun Internetdienste wie OnlyFans, die gemeinhin als Social-Media-Portale für Erwachsene bezeichnet werden, an der Reihe sind. Auch hier lautet die zentrale Forderung der Behörden: Die Plattformen sollen mehr für die Einhaltung von Jugendschutzregelungen tun.

Tobias Schmid, Direktor der Landesmedienanstalt NRW und Vorsitzender des Verbunds der nationalen Medienregulierungen in Europa, sagte im Interview mit der Welt am Sonntag: „Wir registrieren, dass zum Beispiel OnlyFans zunehmend erotische Anbieter und Influencer anzieht, und wir werden uns darum kümmern.“ Und weiter: „Am Ende ist der Kern unserer Rechtslage für diese Dienste dann doch dieselbe wie für die Porno-Plattformen. Das heißt: keine Kundschaft unter 18 Jahren.“

Laut Schmid sei es dabei notwendig, an die Anbieter selbst heranzutreten. Man müsse Frauen und Männer, die pornografische Dienstleistungen auf bestimmten Internetseiten verkaufen, verstärkt daran erinnern, dass es ihre Pflicht sei, ein zulässiges Jugendschutzsystem einzusetzen.

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OnlyFans mit bereits über 85 Millionen Nutzern

Der australische „Guardian“ hat im Dezember 2020 mit OnlyFans gesprochen. Die Zahlen, die dabei zur Sprache kamen, machen deutlich, über welch immense Popularität die Plattform mittlerweile verfügt. Und das wiederum zeigt, weshalb sich deutsche Medienwächter nun veranlasst sehen, aktiv zu werden.

So erklärte eine OnlyFans-Sprecherin gegenüber der Zeitung, dass die Plattform inzwischen 85 Millionen registrierte Nutzer besitzt. Davon würden über 1 Million Creator eigene Inhalte anbieten. Zum Vergleich: Im Mai 2019 waren laut der Sprecherin gerade einmal 7,5 Millionen Nutzer bei OnlyFans angemeldet. Ein Zuwachs um ca. das 11-fache in weniger als 19 Monaten.

Ebenfalls beeindruckend: Im Mai 2020 kamen bei OnlyFans täglich rund 200.000 Nutzer hinzu. Davon handelte es sich bei etwa 7.000 bis 8.000 um Accounts, über die Inhalte veröffentlicht werden. Dies erklärte Thomas Stokely, Chief Operating Officer von OnlyFans, gegenüber „BuzzFeed News„.

Es bleibt abzuwarten, ob die Nutzerzahlen der Seite 2020 ähnlich rasant in die Höhe schießen werden wie im vergangenen Jahr.

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