Corona und Sex: Alles was du wissen musst!

Corona Sex

Sex ist in Zeiten von Corona ein heikles Thema. Viele Leute wissen nicht genau, was erlaubt ist, ob eine sexuelle Übertragbarkeit besteht und wie man sich beim Geschlechtsverkehr am besten vor dem Virus schützt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Corona und Sex, damit das Liebesleben während der Pandemie nicht zu kurz kommen muss.

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Trotz Corona: Kein Rückgang der sexuellen Aktivität

Sex und Corona: Wie steht es um das Liebesleben der Deutschen während der Pandemie. Eine spezielle Corona-Umfrage aus dem Orion Sexreport 2020 zeigt, dass die Leute trotz Corona nicht weniger sexuell aktiv sind als in der Zeit vor der Pandemie. Das Bedürfnis nach Masturbation und Pornos ist sogar gestiegen. Und experimentierfreudiger sind die meisten ebenfalls geworden.

Ähnliche Erkenntnisse brachte eine Umfrage des Casual-Dating-Portals Secret.de ans Licht. Von den Umfrageteilnehmern gaben nämlich ganze 59 Prozent an, dass sie die Pandemie nicht davon abhalte, andere datewillige Menschen zu treffen.

Doch was genau gibt es über Sex in Corona-Zeiten zu wissen?

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Ist Sex wegen Corona verboten?

Eine gute Nachricht vorweg: Trotz Corona ist Sex erlaubt. Zwar sollten direkte Kontakte weitestgehend vermieden, ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, aber ein verpflichtender Sex-Verzicht besteht nicht. Das heißt im Klartext, dass trotz der Corona-Beschränkungen niemand sein Liebesleben gänzlich auf Eis legen muss.

Dennoch sollte jedem einleuchten, dass aufgrund von Kontaktverbot, Abstandsregelung und Maskenpflicht gewisse Abstriche das eigene Liebesleben betreffend unvermeidlich sind. Schließlich ist Sex ohne körperliche Nähe nicht möglich.

Ist Corona sexuell übertragbar?

Zwar zählt Corona nach dem aktuellen Stand der Forschung nicht zu den STIs (sexuell übertragbaren Infektionen), ein hohes Ansteckungsrisiko beim Sex besteht dennoch. Denn das Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen, indem erregerhaltiges Sekret auf die Schleimhäute eines anderen Menschen gelangt.

Das kann beispielsweise durch Husten, Niesen oder direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Schleim geschehen. Und da man sich bei kaum einer anderen Aktivität körperlich so nahe ist wie beim Sex, ist eine Ansteckung laut Aidshilfe.de nun mal sehr wahrscheinlich.

Sex trotz Corona – welche prophylaktischen Maßnahmen sind sinnvoll?

Möchte man sich vom Corona-Virus nicht davon abhalten lassen, sexuell aktiv zu werden, ist eine gute Prophylaxe das A und O.
Aber welche vorbeugenden Maßnahmen sind sinnvoll?

Prinzipiell genau die Maßnahmen, die auch in anderen Bereichen des Alltags zum Schutz vor Corona befolgt werden sollten – insbesondere regelmäßiges Händewaschen. Außerdem sollte man ein Desinfektionsspray griffbereit halten.

Kommen beim Sex bestimmte Utensilien (Sextoys) zum Einsatz, sollten diese im Vorhinein gründlich gereinigt werden. Findet das Schäferstündchen bei einem zu Hause im Bett statt, gilt das gleiche für Bettwäsche und Bettlaken. Denn der Erreger wird neben Husten und Niesen auch über Gegenstände, Hände und Finger weitergegeben.

Und zuletzt etwas Grundsätzliches: Singles mit wechselnden Sexpartnern sollten die Anzahl von Sextreffen deutlich verringern. Schließlich besteht bei persönlichem Kontakt ein hohes Ansteckungsrisiko. Es empfiehlt sich daher, anstatt ständig wechselnder Sexkontakte, eine dauerhafte Sexbeziehung bzw. eine Affäre einzugehen.

Menschen in einer monogamen Paarbeziehung, die regelmäßig Kontakt haben oder ohnehin zusammenwohnen, müssen sich hingegen nicht einschränken. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, ob bei einem der Partner verdächtige Symptome auftreten – und dann ggf. auf Sex verzichten und zwecks Coronavirus-Test den Arzt aufsuchen.

Kann ich mich beim Sex vor Corona schützen?

Auch beim Liebesspiel selbst ist es ist wichtig, gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. So sollte während der Coronapandemie auf bestimmte Sex-Praktiken verzichtet werden – in erster Linie auf Küssen und Oralsex. Denn bei beidem gelangt Speichel an die Schleimhäute des Sexpartners.

Sex und CoronaKlassischer Vaginalverkehr ist da deutlich ungefährlicher. Zumindest nach aktuellem Forschungsstand. Allerdings ist anzumerken, dass Forscher des Shangqiu Municipal Hospitals in China in einer Studie Corona in Sperma nachweisen konnten. „Wir haben herausgefunden, dass SARS-CoV-2 im Sperma von Covid-19-Patienten präsent sein kann – und auch noch bei Patienten nachweisbar ist, die schon gesundet sind“, heißt es in der Studie.

Deshalb könne laut der Wissenschaftler nicht ausgeschlossen werden, dass Corona durch Sex übertragen werden kann – obwohl das sehr unwahrscheinlich ist. Denn nur weil das Coronavirus im Sperma überleben kann, müsse es nicht zwingend ansteckend sein.

Vaginalverkehr ist also weitestgehend sicher. Ganz im Gegenteil zu Analsex, von dem wegen des hohen Ansteckungsrisikos abzuraten ist. Grund: Das Virus wurde in Fäkalien infizierter Menschen gefunden. Davon ist bereits in einem im April 2020 veröffentlichten Artikel in der Fachzeitschrift Nature zu lesen.

Sich beim Sex mit Kondomen vor Covid-19 zu schützen, funktioniert im Übrigen nicht. Das wäre nämlich nur möglich, wenn das Virus zu den STIs gehört.

Solo-Sex gegen Corona

Die Corona-Zeiten sind – so merkwürdig das vielleicht klingen mag – die perfekte Gelegenheit, bei Sex mit sich selbst den eigenen Körper neu zu entdecken. Denn auch Masturbation kann unglaublich befriedigend sein.

Ob mit der Hand oder unter Zuhilfenahme von Masturbatoren oder Sexpuppen, Selbstbefriedigung ist lustvoll und reizvoll. Außerdem findet man mittels Solo-Sex am besten heraus, was einem gefällt. Das wirkt sich auch auf künftige Lusterlebnisse mit einem realen Sexpartner positiv aus.

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Sex-Dates trotz Coronavirus: AHA-Formel beachten und Corona-Warn-App nutzen

Wer trotz Corona unter keinen Umständen auf reale Sextreffen verzichten kann, sollte zumindest die sogenannte AHA-Formel (Abstand – Hygiene – Alltagsmaske) einhalten. Auch wenn das Abstandhalten beim Sex natürlich zum Problem werden könnte. Aber die Formel dient zumindest ganz gut als Richtlinie.

Sex in Corona-Zeiten

Außerdem sollte jeder, der trotz Corona Geschlechtsverkehr mit Personen außerhalb des eigenen Haushaltes haben möchte, die Corona-Warn-App nutzen. Die App verrät, ob man in Kontakt mit einer infizierten Person geraten ist und ob sich daraus ein Ansteckungsrisiko ergibt.

Insgesamt geht es nämlich nicht nur darum, sich selbst vor einer Infektion mit Corona zu schützen, sondern generell die Ausbreitung einzudämmen.

Seitensprung während Corona ein No-Go

Am bedenklichsten ist es, ungeachtet von Corona in einer festen Beziehung Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person zu haben. Denn: Man geht dadurch nicht nur für sich selbst ein Risiko ein, sondern auch direkt für jemand anderen.

Sollte man sich beim Seitensprung nämlich mit dem Virus infiziert haben, steckt sich der Partner oder die Partnerin wegen des engen Kontakts sehr wahrscheinlich an.

Während der Coronavirus-Pandemie Sex außerhalb der Beziehung zu haben bzw. fremdzugehen, ist also unbedingt zu unterlassen.

Alternativen zu Geschlechtsverkehr während Corona

Coronavirus und Sex mit einer anderen Person schließen sich aber nicht grundsätzlich aus. Es gibt sogar Wege, sich mit Online-Bekanntschaften in Zeiten der Pandemie risikolos intim zu vergnügen – nämlich virtuell.

Frau beim Whatsapp Sexting

Wie wäre es mit einer Runde Telefonsex, Webcamsex oder Sexting. Alle drei Arten des virtuellen Lusterlebnisses sind nur an minimale technische Voraussetzungen gebunden. Und es kann echt prickelnd sein, einzig die Stimme des Sexpartners zu hören, diesen während des Masturbierens bei erotischen Spielereien an sich selbst zu sehen oder erotische Nachrichten, Bilder und Videos auszutauschen. Das sorgt nicht nur in dem Moment für ein Wohlgefühl, sondern steigert auch die Vorfreude auf ein reales Ficktreffen, sobald die Pandemie vorbei ist.

Außerdem besteht die Möglichkeit, während Corona bei einem virtuellen Sex-Date per Webcam gemeinsam einen Porno zu schauen. Das macht die Erfahrung noch deutlich aufregender.

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Corona und Prostitution: Was ist erlaubt?

Privat wegen Corona auf Sex verzichten zu müssen, ist die eine Sache. Aber was ist mit denjenigen, die in Deutschland mit Sex ihr Geld verdienen – den Sexarbeitern?

Bordelle im Corona Lockdown

Grundsätzlich gibt es für die Dienstleistung der Prostitution in jedem Bundesland individuelle Regelungen, die in der jeweiligen Corona-Verordnung festgelegt sind. So durften etwa in Berlin alle Bordelle lange Zeit unter Auflagen geöffnet bleiben und Sexarbeit war unter Einhaltung bestimmter Hygienevorgaben erlaubt, wohingegen in Hessen alle Bordelle geschlossen werden mussten, Sexarbeit generell aber nicht untersagt war.

Im Rahmen eines weiteren Lockdowns bleiben Bordelle vom 2. November 2020 bis 30. November 2020 jedoch in ganz Deutschland für rund einen Monat geschlossen. In dem Zeitraum sind hierzulande auch alle Bordelle geschlossen.

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Fazit: Während Corona muss niemand auf Sex verzichten

Niemand muss also wegen Corona komplett auf Sex verzichten. Es ist lediglich wichtig, sich wie in anderen Lebensbereichen zum Schutz von sich selbst und von anderen ein wenig einzuschränken. Virtuelle Alternativen, zum Beispiel Sexchats, Telefonsex oder Webcamsex, und Masturbation sind eine gute Möglichkeit, auch ohne reale Sextreffen lustvolle Momente zu erleben.

Sexarbeiter, die mit sexuellen Dienstleistungen ihr Geld verdienen, trifft die Pandemie allerdings hart. Denn ihre einzige Einnahmequelle bricht weg, wodurch sie in arge Existenznöte geraten können. Ein Schicksal, das sie mit anderen Berufsgruppen teilen.

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