Analsex: Das gibt es über Sex von hinten zu wissen

Analsex ist für viele Menschen auch heute noch ein Tabuthema. Dabei kann diese sexuelle Praktik das Liebesspiel inner- und außerhalb einer Beziehung erheblich bereichern und zu einem ganz speziellen Lustgewinn führen.

Doch was genau versteht man eigentlich unter Analverkehr? Wie funktioniert er? Welche Vorbereitungen müssen für Popo-Sex getroffen werden? Welche Analpraktiken gibt es? Wie wichtig ist Hygiene für Analsex und welche gesundheitlichen Aspekte sollte man beachten? Wir beantworten alle wichtigen Fragen rund um das Thema „Analverkehr“.

Definition: Was ist Analsex?

Kaum eine Sexpraktik ist so beliebt, gleichzeitig aber auch mit derart vielen Vorurteilen behaftet wie Analsex (auch: „Griechisch“ oder „Popoliebe“). Denn die Praktik, bei der der Mann mit dem Penis in das Po-Loch der Frau – oder bei Homosexuellen in das eines anderen Mannes – eindringt, gilt bei einigen Menschen immer noch als schmerzhaft, unrein und unzüchtig.

Kein Wunder also, dass wohl die wenigsten bei einem Gespräch über Sex zugeben würden, dass sie eine Vorliebe für diese Praktik haben. Dementsprechend fällt es auch den meisten Menschen in einer Beziehung schwer, der Partnerin oder dem Partner dieses kleine Detail zu verraten. Gleich komplett die Karten auf den Tisch zu legen und Po-Sex direkt für das nächste gemeinsame Liebesspiel vorzuschlagen, ist für viele daher überhaupt keine Option.

Definition von Anal Sex
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Doch so zurückhaltend wie öffentlich mit dem Thema „Analsex“ umgegangen wird, so gefragt ist diese Sexpraktik im Porno-Bereich. „Anal“ gehört nämlich seit Jahren zu den beliebtesten Genres unter Pornokonsumenten. Es gibt kaum Kategorien, deren Videos, Clips und Filme im Internet ähnliche hohe Aufrufzahlen erreichen.

Das erste Mal anal: Analverkehr nur mit gründlicher Vorbereitung

Analsex muss vorbereitet werden. Zwei Schritte sind dabei grundlegend: 1) Planung und Absprache mit der Sexpartnerin, 2) Hygienemaßnahmen.

Planung und Absprache

Seine Sexpartnerin beim Liebesspiel ohne jede Vorwarnung mit spontanem Analverkehr zu überraschen, ist keine gute Idee. Denn möchte man es einer Frau anal besorgen, bedarf es einiges an Planung. Wer einfach so loslegt, könnte seiner Partnerin nämlich erhebliche Schmerzen zufügen. Grund: Im Gegensatz zur Vagina befeuchtet sich der Anus bei Erregung nicht selbst. Demnach ist es für einen Mann nicht möglich, ohne weiteres in den Po der Frau einzudringen. Versucht man es trotzdem, ist das erste Mal anal garantiert eine extrem schmerzhafte Erfahrung für die Frau.

Die Lösung für dieses Problem ist Gleitgel auf Wasser- oder Silikonbasis, das in Apotheken, Drogerien oder Sexshops gekauft werden kann. Dieses befeuchtet das Po-Loch, wodurch der Penis sanft in die Öffnung hineingleitet – nicht anders als beim Vaginalverkehr. So erspart man Frauen Schmerzen während oder nach dem Analsex.

Frauen, denen das nicht ausreicht und die sich noch sicherer sein wollen, dass der Penis ihres Sexpartners ohne Probleme anal eingeführt werden kann, können vorm Analsex zusätzlich eine Analdehnung, also eine Weitung des Schließmuskels, vornehmen. Am besten geeignet ist dafür ein mit Gleitgel bestrichener Analdehner aus Kunststoff oder Silikon

Damit anal nicht nur dem Mann, sondern auch der Frau Spaß macht, ist zudem die Wahl einer geeigneten Umgebung wichtig. Da das weibliche Geschlecht normalerweise deutlich mehr Bedenken vor dieser Sexpraktik hat als Männer, wählt man am besten einen Ort aus, wo sich die Partnerin besonders wohlfühlt und wo sie entspannen kann. Wohnt man bereits zusammen, bietet sich für Anal-Spiele daher das gemeinsame Schlafzimmer an. Schließlich fühlen sich die meisten Frauen an keinem Ort wohler als in den eigenen vier Wänden.

Wie bereitet man Analverkehr vor
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Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Planung von Analsex ist ein Vorabgespräch mit der Partnerin. Dabei sollte der Mann in Erfahrung bringen, ob diese überhaupt ein grundsätzliches Interesse an dieser Sexpraktik hat. Denn nicht alle Frauen mögen Analsex. Einige ekeln sich regelrecht davor. Sollte die Sexpartnerin nun genau zu dieser Gruppe Frauen gehören, sollte man das akzeptieren und es sich sparen, sie unter allen Umständen überzeugen zu wollen. Sex im Po ist nämlich nicht für jeden etwas.

Die Gynäkologin Dr. Sheila de Liz sagt gegenüber mylife.de: „Nur wenn beide Lust darauf haben und die Idee toll finden, macht Analsex Spaß.“

Hygiene ist das A und O

Der Grund, warum vielen Menschen Analverkehr unangenehm ist und sie diesen ablehnen, ist die Hygiene. Analsex sei schmutzig und gehöre sich nicht, heißt es dann meist. Doch wer sich etwas intensiver mit dem Thema auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass das nichts weiter als Vorurteile sind. Denn: Analsex ist sauber.

Mythen wie, dass beim Analsex der Penis mit Kot in Berührung kommt, stimmen nicht, da dieser deutlich weiter innen im Körper „aufbewahrt“ wird. Zwar befinden sich im After viele Bakterien, die ihre Funktion für den Ausscheidungs- und Verdauungsprozess des Körpers erfüllen. Gefährlich sind sie jedoch nicht in dem Maße, wie manch einer denkt. Dennoch sollte zum Schutz vor einer Bakterieninfektion nicht zwischen Vaginal-, Oral- und Analsex gewechselt werden. Oder man verzichtet einfach auf Analsex ohne Kondom. Das Präservativ bietet nämlich einen guten Bakterienschutz. Dr. Sheila de Liz betont deshalb: „Ich rate jedem Paar dringend, beim Analsex ein Kondom zu verwenden.“

Hygiene ist wichtig beim Analsex
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Da Bakterien bei den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen also keine Gefahr darstellen, ist entgegen einer weit verbreiteten Meinung keine Analdusche oder gar Darmspülung notwendig, bevor man anal Sex hat. Auf der anderen Seite spricht allerdings auch nichts dagegen, sich per Einlauf und anschließender Darmentleerung auf den Analsex vorzubereiten. Frauen, die sich so sauberer fühlen, sollten das deshalb auch tun. Da dafür jedoch normalerweise Abführmittel genutzt werden und diese eine gewisse Zeit brauchen, bis sie wirken, sollte für eine solche Vorbereitungspraxis genügend Zeit eingeplant werden.

Was sich zudem als Vorbereitung auf den Analsex anbietet und was gleichzeitig auch nicht sonderlich zeitintensiv ist, ist eine gemeinsame Dusche mit dem Sexpartner – möglicherweise als Teil des Vorspiels. So fühlen sich beide Partner deutlich sauberer und der Analverkehr macht dann gleich um einiges mehr Spaß. Besonders für Neulinge, die ihr erstes Mal anal erleben wollen, ist eine Vorabhygiene zu empfehlen, da einem diese ein wenig die Angst vor der noch unbekannten Sexpraktik nimmt.

Grundsätzlich gilt: Beim Analsex übernimmt einer der beiden Sexpartner den aktiven, der andere den passiven Part. Aktiv (insertiv) ist dabei für gewöhnlich der Mann, der mit seinem Penis in den Anus der Frau, die die passive (rezeptive) Rolle erfüllt, eindringt.

Es ist zu erwähnen, dass analer Sex alternativ mit Penisersatz wie Strap-on, Dildo oder anderen Sextoys stattfinden kann, weshalb er auch beim Lesbensex zwischen Frauen und mit vertauschten Rollen, Mann passiver und Frau aktiver Part, praktizierbar ist. Außerdem ist Analverkehr beim Mann, also zwischen homosexuellen Sexpartnern, eine gängig Praktik – und zwar nicht nur mit Penisersatz.

Bevor die Anal-Spiele beginnen können, sollte noch das Gleitgel aufgetragen werden. Der Anus, bei dem es sich um den unteren Teil des Verdauungstraktes handelt und der aufgrund des Schließmuskels nur mit etwas Druck geöffnet werden kann, produziert nämlich im Gegensatz zur Scheide keine Gleitflüssigkeit.

Nachdem das erledigt ist, kann die anale Stimulation dann aber losgehen. Jedoch: Der Mann sollte trotz Gleitgel seinen Penis nicht sofort und zu ruckartig einführen. Am besten begibt er sich mit diesem in Richtung Po-Loch und verharrt einige Zeit in der erreichten Position – bis sich der Schließmuskel ein wenig gelockert hat. Denn ein Eindringen mit zu viel Druck wäre für die Frau nicht nur schmerzhaft, sondern könnte auch den Darm verletzen. Zärtlichkeit ist das A und O.

Anleitung für Sex von hinten
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Sollte die Frau durch die Penetration beim Analverkehr zum Orgasmus kommen, zieht sich der Schließmuskel zusammen, was die Stimulation des eingeführten Glieds noch weiter steigert.

Wie fühlt sich Analsex an?

Diese Erkenntnis kommt für viele Männer vielleicht überraschend: Aber auch Frauen stehen auf Analverkehr – sogar eine ganze Menge. Einzig die Angst vor Schmerzen oder ein misslungener erster Versuch sind der Grund dafür, warum nicht noch mehr Frauen Analsex praktizieren wollen.

Aber wie fühlt sich Sex in der analen Variante eigentlich an? Warum kann dieser genauso befriedigend sein wie klassischer Vaginalverkehr? Ganz einfach: Beim Anus und der Region um den After handelt es sich bei beiden Geschlechtern um eine erogene Zone, da dort mehrere hochsensible Nervenenden liegen. Hinzu kommt, dass durch Backdoor-Spielereien indirekt der G-Punkt stimuliert wird. Daher ist es beispielsweise auch möglich, dass Analsex zum Orgasmus führt – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Wie fühlt sich Analsex an?
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Interessant: US-Forscher vom Center of Sexual Health Promotion an der Indiana University's School of Health haben in einer Studie mit fast 6000 Frauen herausgefunden, dass beim Hintertürchen-Sex ganze 94 Prozent der Frauen ihren Höhepunkt erleben. Vaginalsex bietet demgegenüber „nur“ 64 Prozent der Frauen eine Orgasmus-Garantie.

Es empfiehlt sich also, Analsex zumindest mal zu testen und Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht stellt sich ja schon beim ersten Versuch heraus, dass Ängste vollkommen unbegründet waren.

Stellungen beim Analsex – Abwechslung ist geboten

Auch Analverkehr bietet eine große Auswahl an Sexstellungen. Er unterscheidet sich dahingehend nicht von klassischem Vaginalsex. Zu den bekanntesten Stellungen gehören Doggy-Style, Reiterstellung, Löffelchenstellung, Matterhorn und Sex im Stehen.

Doggy-Style: Analverkehr, bei dem die Frauen die Erregung steuern

Der Doggy-Style, auch „Hündchenstellung“, „a tergo“ oder „Kraft von hinten“ genannt, ist nicht nur eine sehr beliebte Stellung bei klassischem Vaginalverkehr. Viele Männer und Frauen, die Analverkehr mögen, haben ebenfalls ein Faible für diese Sexstellung.

Und zwar aus guten Gründen. Doggy-Style ist in der Umsetzung ziemlich praktisch und nicht mit unnötig komplizierten Verrenkungen verbunden wie manch andere Sexstellung. So positioniert sich die Frau mit dem Rücken zum Mann nach vorne gebeugt, während dieser hinter seiner Sexpartnerin stehend seinen Penis bequem anal bei ihr einführen kann.

Doggy-Style gehört zu den Anal-Stellungen, bei der die Frau die Eindringtiefe und somit auch in gewissen Teilen die sexuelle Erregung und den Grad der analen Penetration beider Sexualpartner steuern kann, indem sie sich mal etwas weiter vorbeugt, mal etwas aufrechter steht.

Reiterstellung: Analsex mit weiblicher Kontrolle

Beim Popo-Sex in der Reiterstellung kann sich der Mann weitestgehend entspannt zurücklehnen und den Ausblick des Hinterteils seiner Sexpartnerin genießen. Denn er muss nichts tun, außer auf dem Rücken zu liegen und der Frau die vollständige Kontrolle zu überlassen.

Reiterstellung beim Posex
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Was heißt das konkret? Bei der Reiterstellung setzt sich die Frau auf den Penis des auf dem Rücken liegenden Mannes und vollführt mal langsamere, mal etwas schnellere Auf- und Abbewegungen. Das Tempo liegt dabei ganz in ihren Händen – genauso wie die Eindringtiefe. Eine nette Abwechslung zu anderen analen Sexpraktiken, bei denen ja meist schon irgendwie der Mann der deutlich Aktivere ist.

Löffelchenstellung: Die intimste aller Anal-Stellungen

Popo-Sex in der Löffelchenstellung mögen insbesondere viele Frauen. Denn kaum eine Praktik ist mit so viel Hautkontakt verbunden und deshalb derart intim.

Der Mann legt sich bei der Löffelchenstellung hinter seine Sexpartnerin, zieht sie an sich heran und umschließt sie mit seinen Armen. Anschließend dringt er vorsichtig und sanft in sie ein. Gleichermaßen für Männer und Frauen eine einzigartige Analsex-Erfahrung.

Matterhorn: Anal Sex-Position mit zusätzlicher Stimulation der Klitoris

Wie beim Doggy-Style und der Reiterstellung haben auch beim Matterhorn die Frauen die Kontrolle über die Eindringtiefe und damit mehr Spaß beim Sex als bei vielen anderen Positionen.

So funktioniert das Matterhorn: Der Mann dringt knieend von hinten in die Frau ein, die ihre Arme auf einem Stapel Kissen abstützt und ein wenig nach vorne gebeugt ist. Diese anale Sex-Position ermöglicht es, dass die Frau neben der Eindringtiefe auch den Winkel und das Tempo bestimmt.

Im Matterhorn hat der Mann leichten Zugang zur Klitoris, um seine Sexpartnerin zusätzlich zu stimulieren.

Sex im Stehen: Macht gemeinsames Duschen noch spannender

Analverkehr im Stehen ist für Anfänger nicht geeignet. Denn diese Stellung erfordert eine gehörige Portion an Standfestigkeit, was ein wenig Übung bedarf.

Sex im Stehen
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Mann und Frau stehen hierbei hintereinander, während ersterer sanft in das Hintertürchen seine Sexpartnerin eindringt. Es bietet sich an, eine Position in der Nähe der Wand zu wählen, damit die Frau sich abstützen kann.

Popo-Sex im Stehen verleiht gemeinsamem Duschen einen extra Kick und kann es zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

Sex von hinten in Pornos: Wie realistisch ist Analverkehr zwischen Pornodarstellern?

Folgendes Szenario ist keine Seltenheit: Mann x und Frau y, beide ein Paar, sehen Analsex in einem Porno und denken sich „Sieht doch ganz lustvoll aus. Es spricht also eigentlich nichts dagegen, das selbst mal auszuprobieren“.

Analverkehr im Porno
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So einfach ist es dann aber nicht. Denn ohne Vorbereitung das erste Mal Analsex zu praktizieren, funktioniert nicht wirklich gut. Das geht auch aus den Erzählungen verschiedener – vor allem weiblicher – Pornodarsteller hervor. Viele berichten, dass sie teilweise drei bis vier Tage Vorlaufzeit brauchen, wenn sie wissen, dass demnächst eine Anal-Szene gedreht wird.

Spezielle Entspannungstechniken, Analspülung und weitere Praktiken stehen in diesem Zeitraum dann auf ihrem Programm. So wie es in Pornos meist rüberkommt, dass Frauen immer und überall Lust auf spontane Po-Spielereien haben, ist hingegen reine Fiktion.

Normalos, die Analverkehr praktizieren wollen, sollten sich über dieses Detail im Klaren sein und Analsex auf keinen Fall in der Art nachmachen, wie er in Pornovideos dargestellt wird.

Risiken von Analverkehr: Diese gesundheitlichen Aspekte sind zu berücksichtigen

Um unnötige Risiken zu vermeiden, sollte beim Analsex ein Kondom getragen werden – vor allem, wenn dieser mit einem Fremden stattfindet. Denn: Die Darmwände sind nicht so gut geschützt wie die Schleimhäute der Scheide. Ungeschützter Po-Sex führt deshalb noch wahrscheinlicher als Vaginalsex zur Übertragung von Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis oder HIV.

Außerdem kann die Frau auch durch Analsex schwanger werden – zwar nicht auf direktem, aber auf indirektem Wege. Das liegt daran, dass Ejakulat, egal wie vorsichtig beide Sexpartner sind, auf die Scheide gelangen kann.

Weitere Gefahren von Analsex:

  • Analfissuren
  • Blasen- und Harnröhrenentzündung durch Bakterien (beim schnellen Wechsel von Analsex zu Vaginalsex)
  • Überdehnung des Schließmuskels
  • Leichte Irritierung des Schließmuskels (kann vor allem beim ersten Mal Analsex auftreten)
  • Hämorrhoiden
  • Kleine Verletzungen am Darmausgang

Außerdem können durch die mechanische Beanspruchung der Organe Schmerzen entstehen – die allerdings nur vorübergehend sind und von alleine verschwinden. Sollte letzteres nicht der Fall sein, ist es wichtig, umgehend einen Arzt zu konsultieren.

Zwei Mythen, die schon seit langem über Analsex kursieren und warum einige ihn für schädlich halten, sind allerdings ausgemachter Blödsinn. Ersterer besagt, dass durch viel Analsex der Schließmuskel mit der Zeit ausleiert. Dies konnte bislang jedoch in keiner einzigen ernstzunehmenden Studie nachgewiesen werden.

Der zweite Mythos behauptet wiederum, Analverkehr könne einen sogenannten rektalen Prolaps zur Folge haben, womit ein nach außen gestülptes Rektum gemeint ist. Forschungsberichte zu diesem doch sehr absurd klingenden Analsex-Risiko gibt es bislang ebenfalls keine.

Po-Sex-Tutorial: Tipps für lustvollen Sex von hinten

Um Analverkehr noch besser genießen zu können, ist es hilfreich, sich an bestimme Regeln zu halten bzw. einige Tipps zu befolgen. Wir haben 6 nützliche Analsex-Tipps zusammengestellt.

1. Training des Schließmuskels

Wer seinen Schließmuskel gut kontrollieren kann, dem fällt Sex von hinten leichter. Das gilt sowohl, wenn der Analverkehr zwischen Männern stattfindet, als auch, wenn Mann und Frau auf diese Weise miteinander Sex haben.

Aber warum fehlt es dem Schließmuskel im Gegensatz zur Vagina zu Beginn überhaupt an Elastizität? Warum muss er zunächst trainiert werden? Der Grund dafür ist relativ einfach: Der Schließmuskel ist normalerweise dafür gedacht, Dinge drin zu behalten, nicht ihnen Einlass zu gewähren.

Um den Schließmuskel zu trainieren, eignet sich vor allem ein Analplug. Wichtig ist, sich nicht zu übernehmen und nicht zu einem zu großen Sextoy dieser Art zu greifen. Für Anfänger gilt daher: Der Durchmesser des Analplugs sollte 2,5 bis 3 cm nicht überschreiten. Fortgeschrittene können natürlich auch zu einem größeren Modell greifen.

Training des Schließmuskels
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Darüber hinaus kann mithilfe von Beckenbodenübungen, die mit oder ohne Toy durchgeführt werden können, mehr Kontrolle über den Schließmuskel erlangt werden.

Vor allem Frauen und Männer, die lange keinen Popo-Sex hatten, sollten vorab unbedingt ihren Schließmuskel trainieren. Denn selbst wenn dieser in Zeiten regelmäßigen Analverkehrs schon ein wenig elastischer geworden ist, wird er bei fehlender Beanspruchung schnell wieder um einiges fester.

2. Vor richtigem Analverkehr mit Toys üben

Für lustvolleren Sex von hinten ohne unangenehme Zwischenfälle sollten vor allem Anfänger im Vorhinein einige Zeit mit Sextoys oder den Fingern üben.

Sextoys für den Analverkehr
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So lernt man nämlich, zu entspannen und dehnt zusätzlich schon mal den Schließmuskel ein wenig. Dieser Tipp richtet sich natürlich in erster Linie an den passiven Part beim Analverkehr.

3. Von täglichen Backdoor-Spielereien ist abzuraten

Täglicher Analverkehr ist keine gute Idee. Das Poloch braucht nämlich normalerweise bis zu vier Tage, um von Fissuren zu heilen.

Es regelmäßig mit Sex von hinten versuchen zu wollen, sollte man sich daher aus dem Kopf schlagen. Gelegentlich stellt diese Sexpraktik jedoch kein Problem dar.

4. Austausch in Analsex-Foren

Es ist durchaus eine Überlegung wert, sich im Internet mit Gleichgesinnten über Analverkehr auszutauschen. So erfährt man aus erster Hand Dinge zu diesem Thema, die einem vielleicht noch nicht bekannt sind.

Ein gutes Analsex-Forum bietet bspw. die Erotik-Community Joyclub.

5. Im Notfall einen Proktologen aufsuchen

Da die Darmwände sehr empfindlich sind und es durch Analsex deshalb schnell mal zu leichten Verletzungen kommen kann, sollte man im Notfall einen Proktologen aufsuchen. Vor allem wenn man nicht nur einmal, sondern öfters Sex von hinten hat.

Denn wie bei anderen Sexpraktiken ist es auch bei Analsex wichtig, auf seinen Körper zu achten und rechtzeitig einzuschreiten, bevor Langzeitschäden entstehen.

6. Feedback geben

And last but not least: Miteinander sprechen – auch hinterher. Es geht darum, gemeinsam mit dem Sexpartner oder der Sexpartnerin zu resümieren, wie einem der Analverkehr gefallen hat. Was lief gut, was weniger gut. Was hat Spaß gemacht, was möchte man lieber nicht wiederholen.

Spaß beim Anal Geschlechtsverkehr
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Schließlich garantiert nur ein konstruktives Feedback von beiden am analen Sex beteiligten Personen, dass weitere sexuelle Erlebnisse dieser Art eine noch lustvollere Erfahrung beinhalten.

Fazit: Jeder sollte Analsex mal ausprobiert haben

Es gibt keinen Grund, Analverkehr zu tabuisieren. Denn auch diese Sexpraktik verspricht lustvolle Momente und kann das eigene Sexleben erheblich bereichern.

Da die Risiken äußerst gering und die Vorurteile in weiten Teilen unberechtigt sind, sollte man Sex von hinten zumindest mal ausprobieren. Es empfiehlt sich lediglich, ein Kondom zu verwenden, um Schutz vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten zu gewährleisten.

Nach kurzer Vorbereitung mit unter anderem Schließmuskelübungen kann man sich also bedenkenlos in sein erstes – hoffentlich spannendes – Popo-Sex-Abenteuer stürzen.

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